Iquique- Salar de Huasco - Arica PDF Drucken

Iquique
2.2.2006

Nach einer fast schlaflosen Nacht (wir hatten einen ziemlich lauten Dauerschnarcher im Mehrbettzimmer) fährt uns Mauro vom Hostal Compass del Sur an den Flughafen von Puerto Montt, von wo aus wir nach Iquique fliegen, vom grünen Süden in den trockenen, fast vegetationslosen Norden. Auf den ersten Blick gefällt uns weder unser Hostal (Hostal Catedral) noch Iquique.

3.2.2006
Nach einem mageren Frühstück besichtigen wir zuerst den Hafen, was vielleicht ein Fehler war.Es stinkt extrem nach Vogelscheisse und Fisch - nichts für den zarten Magen.... Beim Fischmarkt streiten sich Seehunde, Pelikane, Geier und Kormorane um die Fische, die ihnen die Verkäufer ab und zu zuwerfen. Iquique ist einer der wichtigsten Exporthafen für Fischmehl, entsprechend fast allgegenwärtig ist der Fischgeruch - genauso wie der Gestank nach Vogelscheisse, der von den vielen schwarzen Geiern mit roten Köpfen und den Kormoranen stammt, die überall auf den Bäumen und den Häuserfassaden sitzen. Früher, vor der Salpeter-Zeit, wurde in und um Iquique intensiv Guano (Vogelmist) abgebaut, welcher als Dünger verwendet wurde und von Iquique aus in alle Welt exportiert. Im Zentrum von Iquique finden wir dann doch noch einen Ort, der uns gefällt - die Plaza Prat und die Avda. Baquedano, eine Fussgängerzone mit Holztrottoirs, renovierten, alten Holzhäusern und einigen Restaurants mit Terrasse. Nachdem wir uns im Club Croatia mit einem guten Cortado gestaerkt haben, schauen wir uns noch den Strand Cavancha (zum sünnelen war es uns zu heiss), ein altes Wohnhaus (Museum) und das alte Theater an der Plaza an.
4.2.2006
Am Vormittag verbringen wir wiedermal einige Zeit in einem Internet-Kaffee. Nach einem weiteren Cortado im Club Croatia fahren wir zur Zofri, der Zollfreizone von Iquique, wo vorallem Elektronik (auch in der Zofri noch teurer als bei uns!) und Autos verkauft werden. Die Zofri ist der Grund, weshalb viele Chilenen nach Iquique kommen. Für uns hat sich der Besuch nicht unbedingt gelohnt, aber immerhin haben wir eine Sonnenbrille gekauft als Reserve, denn Charlies Sonnenbrille gibt wohl bald den Geist auf.

Iquique - Salar de Huasco - Arica
5.2.2006

Puenktlich um 10 Uhr stehen wir vor dem Hertz-Buero in Iquique. Der Mitarbeiter, der extra für uns ins Büro kommen musste, da es Sonntag war, eröffnete uns gleich, dass der Mietwagen, den wir gebucht hatten, leider erst am nächsten Tag verfügbar sei.... Dabei wollen wir doch einfach nur weg aus Iquique. Doch nach einigem Hin und Her bekommen wir doch noch unseren Mietwagen -wieder einen Nissan Terrano Diesel. Aus irgendeinem Grund nahmen sie bei Hertz an, dass wir einen Toyota Hilux mit abdeckbarer Ladefläche wollten. Wir haben den Vertrag auch gleich um 2 Tage verlängert, denn am Schluss nochmal 3 Tage in Iquique rumzuhängen, wie eigentlich geplant war, dazu haben wir nun wirklich keine Lust.
Nach einem Stopp im Supermarkt fahren wir Richtung Pampa de Tamarugal. Gleich hinter Iquique windet sich die Strasse steil 600 Meter die Kordillerenwand hinauf. Von oben hat man eine schöne Aussicht auf Iquique (wenn man den toten Hund, der auf der Müllkippe unterhalb liegt, mal ausser Acht laesst), am Himmel kreisen viele Gleitschirmflieger. In der Pampa de Tamarugal wachsen die Tamarugo-Baeume, ein Baum, der in der Wüste ohne Regen und bei versalzenem Boden überleben kann. Allerdings sind alle künstlich angepflanzt, denn die ursprünglichen Bestände wurden fast alle abgeholzt. Wir schauen uns die Geoglifos Pintados an, Darstellungen an den Hängen von Tieren, Menschen und geometrischen Figuren. Eigentlich wollten wir campieren im Nationalpark, doch der CONAF-Zeltplatz war wiedermal geschlossen. So fuhren wir direkt weiter bis nach Pica, einer kleinen Oasenstadt, die vom Anbau von tropischen Früchten (Limonen, Mangos, Guaven, etc.). Viele (vorallem chilenische) Touristen kommen auch hierher, um in den 3 Teichen am Stadtrand zu baden. Wir steigen im Residential O'Higgins ab und machen nach einem frischen Guaven-Saft einen Spaziergang durch das Städtchen. Ab Abend stellen wir fest, dass die meisten Restaurants nur Mittags geöffnet haben, doch verhungern müssen wir trotzdem nicht - im La Palmera bekommen wir doch noch was zu essen. Der Karaoke-Wettbewerb, der bei der Plaza stattfindet, begleitet uns in den Schlaf......
6.2.2006
Wieder gibt es Nescafe mit Kondensmilch und trockenes Weissbrot zum Frühstück.... Unser heutiges Ziel ist der Salar de Huasco, der auf 3'700 m liegt. Der Weg dorthin führt durch öde Sand- und Steinwüste, obendrein ist es noch neblig. Doch das Bild ändert sich, sobald wir über dem Nebel sind. Es ist zwar etwas bewölkt, es tröpfelt auch ab und zu, doch die Sicht ist extrem klar hier im Altiplano. Nachdem wir den höchsten Punkt - 4050 m - passiert hatten, liegt der Salar de Huasco vor uns, an dessen Ufer Lamas und Alpacas grasen. Im Salar leben Flamingos und ander Wasservögel. Im See spiegeln sich die Wolken. Wir geniessen den Anblick eine Weile und machen dann einen Abstecher nach Collacagua, einem winzigen Aymara-Dorf auf 3800 m. Unterwegs sehen wir Nandus (Strauss) und Vizcachas (sehen aus wie Hasen). Am Abend fahren wir zurück nach Pica, wo wir diesmal im Hostal los Emilios übernachten und die Fortsetzung des Karaoke-Wettbewerbs verfolgen können....
7.2.2006
Zum Frühstück gibt es frisches Brot und frischen Mango-Saft - was für eine Überraschung! So gestärkt verlassen wir Pica und fahren nach Humberstone, einer alten Salpeter-Abbaustelle, welche fast 100 Jahre in Betrieb waren und 1960 endgültig geschlossen wurde. Bei diesen Salpeter-Oficinas entstanden richtige Kleinstädte, mit Wohnungen und Freizeitanlagen (Schwimmbad, Theater, Markt, etc.) für die Arbeiter, welche in Humberstone noch recht gut erhalten sind und besichtigt werden können. Auch die alten Industrieanlagen können besichtigt werden. Danach fahren wir weiter bis nach Pisagua, einem kleinen Ort am Meer. Früher war hier ein wichtiger Salpeterhafen, aus dieser Zeit stammen auch einige alte Gebäude, wie das grosse Theater und der britsche Uhrturm. Später wurde es zu einer Gefangenen-Kolonie, in der auch viele politische Gefangene inhaftiert wurden und traurige Berühmtheit erlangte, als 1990 ein Massengrab mit Pinochet-Opfern entdeckt wurde. Im Hostal La Roca werden wir herzlich empfangen von Catherine, einer Franko-Kanadierin, die das Hostal zusammen mit ihrem Mann führt. Sie gibt uns eine kurze Einführung darüber, was wir hier so alles unternehmen können. So fahren wir noch nach Pisagua Viejo, wo es einige sehr alte Ruinen hat und Reste von Mumien und viele Knochen rumliegen. Sehr speziell.... Danach sehen wir uns noch den alten Friedhof an mit teilweise ueber 100 Jahren alten Gräbern (auch von einigen Englaendern, Italienern und Deutschen), die noch aus der Zeit stammen, als Pisagua noch eine wichtige Hafenstadt war. Am Abend serviert uns Catherine ein hervorragendes Nachtessen.
8.2.2006
Unser heutiges Ziel ist Arica. Doch zuerst unternehmen wir noch einen Spaziergang zu einer Seelöwen-Kolonie in der Naehe von Pisagua. Der Hang, an dem der Weg entlang führt, ist übersäht mit Knochenresten von alten Mumien. Die Fahrt nach Arica führt auf und ab durch eine eintönige Landschaft. In Arica steigen wir im Hostal Sunny Days ab. Wir stellen einen ungefähren Reiseplan auf und stellen fest, dass wir ein paar Tage übrig haben und beraten, was wir damit anstellen koennten, doch kommen auf keine Lösung. Ein Abstecher nach Salta, Argentinien wuerde uns reizen, doch dafür reicht die Zeit dann doch auch wieder nicht, da die Fahrt von San Pedro de Atacama nach Salta schon 12 Stunden dauert. Wir beschliessen also, alles ein bisschen lockerer zu nehmen und nicht zu stressen. So bleiben wir auch gleich 2 Nächte im Sunny Days Hostal, weil es uns da gefällt..... Arica selbst ist nicht so der Hammer, aber die Stadt lebt mehr als Iquique und es gibt hier auch eine Fussgängerzone mit einigen guten Cafes und einen Platz mit ein paar alten Gebäuden (Zoll und Kirche von Gustav Eiffel entworfen).
9.2.2006
Nach dem ueppigen Frühstück fahren wir ins Azapa-Valley. Unterwegs fahren wir an einigen Geoglyphen vorbei. Als wir den Fluss nach San Miguel de Azapa überqueren wollen, stellen wir fest, dass die Strasse überflutet ist. Wir trauen uns nicht, durchzufahren, und so fahren wir den ganzen Weg zurück und auf der anderen Seite des Flusses wieder hoch bis San Miguel de Azapa, wo wir das hervorragende Museum besuchen. Hier wird die Lebensweise und Geschichte der Indianervölker in dieser Gegend sehr gut erklärt. Danach machen wir noch eine kurze Rundfahrt durch Arica (Morro, Beaches, Zentrum).

Iquique Iquique Iquique Iquique Iquique
Iquique Iquique Iquique Iquique Iquique
Iquique Iquique Iquique