Puerto Octay - Puerto Varas PDF Drucken

Lago Llanqihue - Las Cascadas/Puerto Octay
Nach einem guten Cortado im Cafe de la Plaza in Panguipulli entschliessen wir uns, heute direkt bis zum Lago Llanquihue weiterzufahren, via Ruta 5 (Autobahn). Der Lago Llanquihue war, neben Valdivia, das Zentrum der deutschen Kolonisation im Süden Chiles. Die Nachfahren sprechen zwar kaum noch deutsch, doch der deutsche Einfluss ist sehr präsent. Hier gibt es wahrscheinlich mehr Restaurants und Cafes die "Kuchen" anbieten als in Deutschland! Der grosse Lago Llanquihue leuchtet vor uns in der Sonne, das Wasser ist aufgewühlt durch den Wind. Wir geniessen die schöne Stimmung bei einem Picknick am See und fahren dann weiter bis nach Las Cascadas zur Posada de los Colonos, ein schönes, gepflegtes Landhaus. Die Vorfahren des Eigentümers - Marcelo Kuschel - stammen natürlich auch aus Deutschland, doch er spricht kein Deutsch mehr. An den Wänden im Esszimmer hängen Bilder und alte Schriftstücke seiner Vorfahren, es hat einige alte Möbelstuecke und in der Bibliothek befinden sich deutsche Ausgaben aus den 20-er Jahren von Karl May Buechern und weitere uralte Ausgaben von deutschen Büchern. Im Garten geniessen wir bei einem Glas Wein die Abendsonne und für CLP 2500.-/p (ca. CHF 6.50) wird uns danach ein üppiges Nachtessen bestehend aus Salat, Suppe, Poulet mit Gemüse und Reis, eingelegten Kirschen und frischgepresstem Aprikosensaft serviert.
26.1.2006
Am Vormittag besichtigen wir den Wasserfall in der Nähe von Las Cascadas. Kurz vor dem Wasserfall müssen wir den stellenweise fast knietiefen Fluss, eiskalten Fluss durchqueren und werden dabei ziemlich nass, da der Wasserfall nur noch wenige Meter entfernt ist. Wir Schweizer sind vielleicht etwas Wasserfallverwöhnt - der Wasserfall war zwar nett, aber nicht überwältigend. Danach fahren wir direkt zum Hostal Zapata Amarillo, stellen unser Gepaeck ins Zimmer und geniessen einen Kaffee im schönen Garten des Hostals. Am Nachmittag wollten wir Puerto Octay besichtigen, doch merkten schnell, dass es eigentlich nicht viel zu sehen gibt, deshalb fahren wir gleich weiter zu "Tante Valy", wo Onces Alemanes serviert werden, eine Art üppiges Zvieri. Wir bestellen einen Once Completo, der aus Brot, Butter, verschiedenen Brotaufstrichen (Lachspaste, kleingehackter Gurken-Wurst-Salat, Eierpaste, Thonpaste, Hagenbutten- und Himbeerkonfi und Schweineschmalz), Käse, Salami und je einem grossen Stück Torte und Kuchen besteht. Eine Portion reicht locker für 2! Alles (ausser der Schweineschmalz, den wir gar nicht erst probierten) war superfein, am besten hat uns die Torta de Merengue mit Himbeerfüllung geschmeckt. An den Wänden haengen deutsche Sprüche wie "Trautes Heim - Glück allein" oder "Herr bleib bei uns, denn es will Abend werden". Am Abend werden wir im Zapata Amarillo schon wieder kulinarisch verwöhnt. Es gibt ein typisches chilenisches Gericht - Pastel de Choclo - mit Lachs und Brotbohnen mit Speck, zur Vorspeise verschiedene Salate und gefüllte Avocados.


Puerto Varas
27.1.2006

Leider üssen wir das Zapato Amarillo heute schon wieder verlassen. Um 12 Uhr müssen wir unseren Mietwagen bei Hertz in Puerto Montt wieder abgeben. Wir fahren via Puerto Varas, wo wir unser Gepäck schonmal im Hostal Compass del Sur desponieren, und fahren dann weiter nach Puerto Montt. Die Rückgabe des Mietwagen erfolgt schnell und problemlos, und da heute schönes Wetter ist, beschliessen wir, noch etwas in Puerto Montt zu bleiben und uns die Stadt anzuschauen. Doch auch bei schönem Wetter kann uns die Stadt nicht überzeugen und so sitzen wir bald im Bus nach Puerto Varas.
28.1.2006 - 1.2.2006
Wir verbringen die Tage in Puerto Varas am Lago Llanquihue vorallem damit, uns etwas vom "Reisestress" zu erholen und nehmen es deshalb locker - geniessen das schöne Wetter, liegen am Strand, baden im See, trinken Kaffee und essen Kuchen und lesen viel. Einen Ausflug machen wir mit dem Bus nach Petrohue am Lago Todos los Santos. Die kurze Wanderung, die wir dort machten, war zwar schön, wurde uns jedoch von den vielen Tabanos - agressive, riesige Pferdebremsen - gründlich vermiest. Zeitweise schwirrten mindestens 30 von diesen Biestern um unsere Köpfe! Auf der anderen Seite des Lago Llanquihue liegt der Vulkan Osorno. Natürlich würde es uns extrem reizen, diesen zu besteigen, doch die CHF 300.- pro Person, die wir dem Bergführer zahlen müssten, sprengt unser Reisebudget leider bei Weitem!

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